Jun 29

Eine Hilfe zum Verständnis der neuen VDV-463-Norm

In den letzten Monaten hat Alexander Schabert, Mitbegründer und CCO von ViriCiti mit einer ausgewählten Gruppe an e-Mobility-Fachleuten zusammengearbeitet, um die neue VDV-463-Norm festzulegen.

Die brandneue Norm legt die Kompatibilität zwischen Ladegeräten und Depot-Management-Software in Deutschland fest, um die Einführung elektrischer Busse im Land zu unterstützen.

Im folgenden Artikel erläutern wir einerseits, warum Bedarf für diese Norm besteht und andererseits erklären wir die Vorteile einer offenen Norm.

Notwendigkeit von VDV-463

Da Fahrzeugflotten immer mehr elektrische Busse aufnehmen gewinnt der Ladevorgang immer mehr an Bedeutung. Probleme, wie beispielsweise eine nicht ausreichende Anzahl an Ladegeräten für alle Fahrzeuge oder zeilenweises Abstellen der Fahrzeuge im Busbahnhof kann zur Komplexität des Ladevorgangs beitragen.

Damit alle elektrischen Busse rechtzeitig aufgeladen und einsatzbereit sind, muss die Kommunikation zwischen den Ladegeräten, der Depot-Managementsoftware und der Telematik-Software genaustens abgestimmt werden. 

Bisher wurden diese von unterschiedlichen Unternehmen zur Verfügung gestellt, die alle über ein eigenes, urheberrechtlich geschütztes Kommunikationsprotokoll verfügten. Dies würde aber zu langen Integrationszeiten führen und somit zur Verlangsamung der Wende im öffentlichen Nahverkehr.

Daher ist eine gut ausgearbeitete Kommunikationsnorm erforderlich, in der festgelegt ist, wie die Lade-Infrastruktur mit dem Depot-Managementsystem kommuniziert. Die VDV-Norm soll Anlagenschutz und Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen, und den Kunden gleichzeitig ermöglichen, sich die Anbieter selbst aussuchen zu können, ohne Gefahr eines Lock-In-Effekts.

Geschlossenes oder offenes System

Es gibt zwei unterschiedliche Ansätze zum EV Depot-Management, nämlich eine offene oder geschlossene Lösung. In einer geschlossenen Lösung werden die unterschiedlichen Aspekte wie das Depot-Managementsystem, die Überwachung der Ladestation und das Smart-Ladesystem von einem Unternehmen bereit gestellt.

Im Vergleich dazu unterscheidet sich in einem offenen System das Depot-Managementsystem von der Überwachung der Ladestation und dem Smart-Ladesystem. Allerdings verfügen diese Systeme über eine gemeinsame API.

ViriCiti empfiehlt eine offene Lösung, da diese über zahlreiche Vorteile verfügt, wie Flexibilität, Kompatibilität und insgesamt eine bessere Qualität. Im Folgenden erfahren Sie mehr über diese Vorteile!


Flexibilität

Ein großer Vorteil dieser neuen Norm ist, dass sie dem Nutzer mehr Flexibilität verleiht.

Mit einer offenen Lösung ist es möglich, die lokalen Ladegeräte auf der Strecke sowie die Ladegeräte im Busbahnhof zu steuern. Im Gegensatz dazu lassen sich in einem geschlossenen System nur die Ladegeräte im Busbahnhof steuern, aber nicht die auf der Strecke.

Dies ist sehr nützlich, vor allem bei einer ständig wachsenden Flotte. Wenn die Busse einer Flotte beispielsweise auf unterschiedlichen, längeren Strecken eingesetzt werden, beispielsweise auf 100 km, anstelle von lediglich 20 km, reichen die Ladegerät im Busbahnhof nicht mehr aus, sondern es sind Ladegeräte auf der Strecke notwendig. In diesem Fall ist es am einfachsten, eine offene Lösung zu verwenden, bei der alle Fahrzeuge und Ladegeräte an eine API angeschlossen sind .

Kompatibilität

Wenn Sie Ihre Lade-Infrastruktur erweitern, erhalten Sie höchstwahrscheinlich Ladegeräte von mehreren Herstellern.

Ohne ein offenes System kann dies dazu führen, dass Ihr Betrieb noch komplexer wird, da jeder OEM über ein eigenes Kommunikationsprotokoll verfügt.

Dies wiederum führt zu einer fragmentierten Sicht Ihres Betriebs und mehreren parallel laufenden Dashboards, die Sie alle im Blick behalten müssen.

Daher vereinfacht ein offenes, intern kompatibles System Ihren Betrieb erheblich.

Qualität „Klassenbester“

Ein weiterer inhärenter Vorteil der Norm VDV 463 ist die Fähigkeit, die beste Lösung in diesem Bereich sowohl für das Management des Busbahnhofs wie des Ladevorgangs zu verwenden. 

Die Kompatibilität ermöglicht es Ihnen, die einzelnen Dienstleister auszuwählen und nach Belieben zusammenzustellen, und somit ein System aufzubauen, dass auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist, statt ein Einheitsmodell zu nutzen.

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